Aristocrat wird von Hacker angegriffen

Der Spielautomaten-Anbieter Aristocrat hat vor kurzem bestätigt, dass ein russischer Hacker versucht hat, die Firma zu erpressen. Der Hacker hat behauptet, er könne Casino-Spielautomaten in virtuelle Geldautomaten verwandeln.

Der Hacker, der sich Alex nennt und aus Sankt Petersburg kommt, sagte dem Technologiemagazin Wired in einem Interview, dass er Millionen von Euro durch seine Aktivitäten erhalten hat. So gab er an, dass er die PRNGs (Pseudo-Zufallszahlen-Generatoren) rückentwickelt hat, die das Ergebnis aller Spielautomaten bestimmen.

Alex, der sich als Mathematiker und Programmierer versteht, hat angeblich ein großes Team an Mitarbeitern, die die Casinos für ihn besuchen und in verschiedene Länder reisen, um Videoaufnahmen der Spielautomaten auf ihren Mobiltelefonen aufzunehmen. Vier der besagten Mitarbeiter wurden bereits einige Jahre vor dem Aristocrat-Vorfall in den USA wegen Betrugs angeklagt.

Gegen eine achtstellige Summe will der Hacker aufhören

Sobald sie wieder in Russland waren, haben Alex und seine Mitarbeiter die Videos analysiert, um herauszufinden, zu welchem Zeitpunkt die Chancen für eine Auszahlung besonders gut stehen.  Dann sendeten sie die "Timingdaten" an eine maßgeschneiderte Mobile-App auf dem Telefon des Kollegen. So konnte der Kollege dann in dem Casino häufiger gewinnen und für das Team jede Woche über 250.000 Dollar einnehmen.

Angeblich hat Alex nun entschieden, sein Geschäft nach acht Jahren einzustellen, aber zunächst wollte er noch den beliebten australischen Automatenanbieter Aristocrat ins Visier nehmen. Der Hacker hat angeblich letzten November die Firma kontaktiert, um einen Deal auszuhandeln, der dazu führen würde, dass er seine Mitarbeiter nicht mehr an Aristocrat-Automaten spielen lässt, um die Marke des Unternehmens nicht weiter zu schädigen.

Dafür wollte Alex jedoch einen achtstelligen Geldbetrag sehen. Als Extra hat Alex den Entwicklern des Unternehmens außerdem angeboten, bei der Beseitigung aller "Designfehler" zu helfen, die er bei ihren Automaten ausgenutzt hat.

Aristocrat beharrt auf seine Null-Toleranz-Politik

Laut des Wired-Artikels hat Alex der Firma angeblich eine Aufschlüsselung des vermutlich geheimen PRNG geschickt, auf dem Aristocrat-Spiele wie Heart of Gold, More Chillies und 50 Lions beruhen. Er betonte, dass die Angriff auf Spielautomaten schlimmer werden könnten, wenn diese technischen Details an die Konkurrenz weitergegeben oder im Internet und über soziale Medien veröffentlicht würden.

Der Leiter der Regulierung und Produkt-Compliance, Tracy Ellerton, hat einem Treffen mit dem Hacker in den USA zugestimmt. Seitdem hat Aristocrat bestätigt, dass es einen Erpressungsversuch erhalten hat, welcher an die zuständigen Behörden weitergeleitet wurde, da das Unternehmen "null Toleranz für unethisches Verhalten" zeigt.

Die Firma sei auf die Forderungen nicht eingegangen und werde es auch niemals tun, sagt eine Aristocrat-Sprecherin, die darauf hinwies, dass abgesehen von ein paar alten MkVI-Titeln jemals Cheats für ihre Spiele gemeldet wurden.

Link zur Quelle: https://calvinayre.com/2017/08/08/casino/russian-casino-hacker-preys-slots-machine-maker-aristocrat-report/