Berliner Polizei spürt radioaktive Karten auf

Deutsche Polizeibeamte haben Ermittlungen aufgenommen, um festzustellen, weshalb ein Berliner Restaurantbesitzer einen mit radioaktiver Substanz kontaminierten Stapel Spielkarten mit sich führte.

In der letzten Woche gaben deutsche Behörden bekannt, dass man Anfang des Monats bei der routinemäßigen Untersuchung einer Abfallbehandlungsanlage in Berlin-Lichtenberg ein Paket Spielkarten entdeckt hatte, die mit Jod-125 markiert waren – einem starken Radioisotop, das häufig in medizinischen Verfahren zum Einsatz kommt.

13 bestrahlte Spielkarten gefunden

Nachdem die Polizei der Spur zu einem Müllfahrzeug gefolgt war, stellten die Behörden weitergehende Ermittlungen über die Route des Fahrzeugs an und untersuchten anderen Abfall, den man zusammen mit den Karten gefunden hatte, woraufhin sich ein Anhaltspunkt ergab. Die Polizei gelangte zu einem nicht identifizierten 41-jährigen Restaurantbesitzer, bei dem, wie später vermerkt wurde, insgesamt 13 bestrahlte Spielkarten gefunden wurden.

Interessanterweise wurde außerdem bekanntgegeben, dass alle markierten Karten dieselbe Farbe aufwiesen. Ebenso stellte die Berliner Polizei im Restaurant des Verdächtigen sowie an einigen nahegelegenen Orten eine ungewöhnlich hohe Radioaktivität fest, unter anderem in einem asiatischen Tagesmarkt, einem Apartment und einer Karaoke-Bar.

Die Polizei gab an, dass Mannschaften zur Entsorgung von Nuklearabfall rasch an den fraglichen Ort entsandt wurden, und informierte die Öffentlichkeit, dass die vorliegende Radioaktivität nicht gefährlich sei, solange niemand in direkten physischen Kontakt mit den ihr ausgesetzten Bereichen käme.

Polizeichef: Betrug nicht unüblich

Der Berliner Polizeichef erklärte, dass die Spielkarten sehr wahrscheinlich mit Jod-125 gekennzeichnet wurden, um es Casinobetrügern zu ermöglichen, die Werte bestimmter Karten mit Hilfe eines versteckten Detektors zu erkennen, der dabei höchstwahrscheinlich in der Kleidung getragen wird. Nach den Angaben des Polizeichefs dauert die polizeiliche Untersuchung des Falls an.

Es mag merkwürdig klingen, aber es dürfte viele überraschen, dass diese Form des Betrugs nicht besonders ungewöhnlich ist. Bereits 2014 berichteten Medien in Vietnam von einem Mann, der andere Casinospieler mit ähnlichen radioaktiv markierten Spielkarten betrogen hatte, die einen unter seiner Kleidung verborgenen Sensor vibrieren ließen, wenn in einer Runde bestimmte Karten auftauchten.

Beamte in China haben ebenfalls mehrere Glücksspieler verhaftet, die mit ähnlichen radioaktiven Substanzen behandelte Würfel verwendet hatten. So oder so ist jede Art von Betrug bei Glücksspielen in allen regulierten Glücksspielbranchen weltweit verboten, weshalb Betrüger und Kriminelle, die die Anwendung solcher Maßnahmen versuchen, ein großes Entdeckungs- und Verurteilungsrisiko eingehen.

Quellenlinks: https://calvinayre.com/2017/11/29/business/german-police-investigating-radioactive-playing-cards/