Deutscher Markt wächst, dafür gibt es aber weniger Spieler

Deutsche Glucksspielraten sinken weiter Obwohl in Deutschland die Wetteinsätze und Einnahmen aktuell steigen, sinkt die Zahl derjenigen, die an Glücksspielen teilnehmen nach wie vor. Diese Information stammt von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS), die gerade ihr Jahrbuch 2018 mit den Zahlen zum Konsum aller potenziell süchtig machenden Aktivitäten und Substanzen in Deutschland veröffentlicht hat.

Danach sank die Lebenszeit-Prävalenz der Teilnahme an einem Glücksspiel bei den Deutschen von 87 % im Jahr 2009 auf 75,3 % im Jahr 2017. Die 12-Monats-Prävalenzrate lag 2017 bei 37,3 %, was den Statistiken im Drogen- und Suchtbericht 2017 entspricht.

Der merkliche Rückgang an Glücksspielern ändert nichts daran, dass die Glücksspielindustrie in Deutschland innerhalb weniger Jahre eine Wachstumsrate von 191,5 % hingelegt hat. Nachdem der Staat 2006 die Regelungen für den regionalen Casinomarkt gelockert hat, hat sich der Branchenwert fast verdreifacht. Das zeigt, dass zwar weniger Menschen spielen, dafür aber diejenigen, die spielen, immer noch sehr viel Geld in den Casinos und Spielhallen vor Ort lassen.

Weniger problematische Spieler

Leider ist Deutschlands Markt für Online-Casinos und Glücksspiele nicht so erfolgreich, da die einzelnen Bundesländer immer noch nicht entschieden haben, wie sie Online-Wetten und Online-Glücksspiele regulieren wollen. Online-Casinos sind in Deutschland nach wie vor illegal. Die einzige Ausnahme bildet Schleswig-Holstein, und zwar aufgrund eines gerichtlichen Urteils vom Oktober 2017.

Nur 0,56 % der Deutschen (rund 326.000 Menschen) gelten als problematische Spieler. Im Bericht aus dem Jahr 2017 werden 0,31 % Spieler als “pathologische Spieler” eingestuft. Beide Zahlen liegen weit unter den vergleichbaren Statistiken für andere etablierte Glücksspielmärkte.

Mehr Spielsüchtige suchen Hilfe

Es scheint auch so, als ob Deutsche mit problematischem Spielverhalten inzwischen eher professionelle Hilfe suchen. Etwa 8 % aller Personen, die sich im letzten Jahr an ein Suchtbehandlungszentrum gewandt haben, waren Spielsüchtige. Im Jahr 2015 waren es noch 7,8 %. Interessanterweise waren die meisten dieser Spieler (72,3 %) spielautomatensüchtig.

Bei den anderen Suchtstoffen kommt der Bericht zu gemischten Ergebnissen. Der Tabakkonsum stieg 2017 um 1,1 %, während der Alkoholkonsum dagegen um 1,25 % sank. Der Konsum von psychotropen Medikamenten und illegalen Drogen ist konstant geblieben, obwohl es 8,7 % mehr Todesfälle durch illegale Drogen gab. Nach vielen Jahren, in denen die Todesrate kontinuierlich am Sinken war, ist dies nun das vierte Jahr in Folge, in der die Statistik wieder eine höhere Todesrate angibt.

Quelle:

https://calvinayre.com/2018/04/03/business/german-gambling-participation-rate-falling/