Die Schattenseite der Smartphones

Smartphones

Die Welt schreitet immer schneller voran. Oft kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sie sich von Tag zu Tag schneller dreht! Die Technik entwickelt sich ständig weiter und beschleunigt so unseren Alltag immer mehr, während sie uns gleichzeitig dabei hilft, ihn zu bewältigen.

Smartphones und andere Mobilgeräte spielen eine nicht zu unterschätzende Rolle dabei, viel beschäftigten Menschen bei ihrem Zeitmanagement unter die Arme zu greifen, und ermöglichen es ihnen, sich um alles zu kümmern, was sie erledigen müssen. Immer und überall auf anstehende Aufgaben zugreifen zu können bedeutet, dass es möglich ist, unser Arbeitssoll pünktlich zu erfüllen und unterwegs noch genügend Zeit für Freizeitbeschäftigungen wie Glücksspiel oder das Anschauen von Videos zu finden.

Dass wir unsere Bankgeschäfte, Einkäufe und andere Alltagsaufgaben vom Smartphone aus erledigen können, hat unser Leben ohne Frage verändert, und nicht wenige vertreten die Meinung, dass wir dank dieser technologischen Entwicklungen heute viel mehr zustande bringen. Aber um welchen Preis? Leidet unser eigentliches Leben unter dem digitalen Erfolg?

Abkapselung statt menschlicher Kontakte

Bei vielen introvertierten Menschen herrscht vielleicht der Eindruck vor, dass ihnen das Internet ermöglicht, mit anderen auf eine Art und Weise in Kontakt zu treten, die es so bisher nicht gab. Jeder, dem direkter menschlicher Kontakt eher unangenehm ist, kann jetzt mithilfe sozialer Netzwerke mit einer beliebigen Anzahl von Menschen Freundschaft schließen und Gleichgesinnte in Online-Communities finden.

Allerdings können digitale Beziehungen nicht dieselbe positive Wirkung hervorrufen, die ein Treffen von Angesicht zu Angesicht so besonders macht, und sie sollten echten menschlichen Kontakt nicht ersetzen. Viele Menschen pflegen ihre Netzbekanntschaften auf Kosten ihrer tatsächlichen Beziehungen und bleiben selbst dann online, wenn Sie gerade Zeit mit ihren Lieben im echten Leben verbringen. Jeder, der schon einmal Familien oder Pärchen im Restaurant beobachtet hat, die komplett in ihre Tablets oder Smartphones versunken waren, kann davon ein Lied singen.

Isolation auf der Suche nach Perfektion

Mobilgeräte nehmen Menschen nicht nur mit einer Vielzahl von Aktivitäten in Beschlag – angefangen vom Erledigen liegengebliebener Arbeit über das Updaten von Fitness-Zielen bis hin zu  Computerspielen –, sie können sich auch zwischen uns und das eigentliche Erlebnis schieben. Wenn Sie versuchen, den perfekten Bildausschnitt für ein Foto zu finden, das Sie auf Ihre Kontos in den sozialen Netzwerken hochladen wollen, um allen zu zeigen wie toll Ihr Leben ist – können Sie es dann auch wirklich genießen? Und wenn Sie jeden Augenblick der Geburtstagsfeier Ihres besten Freundes oder Ihrer besten Freundin ins Netz stellen – können Sie Ihm oder Ihr dann angemessen unter die Arme greifen?

Hochzeits- und andere professionelle Fotografen weisen darauf hin, dass das erfolgreiche Posten in den sozialen Netzwerken es einem unmöglich macht, wirklich an den Augenblicken teilzuhaben, die man festhältst und mit der Welt teilt. Manche sagen sogar, dass das Brautpaar und andere Ehrengäste nicht wirklich mit Ihnen interagieren können oder gar das Gefühl bekommen, dass Sie ihren Festtag nicht mit ihnen geteilt hätten, wenn Sie derart häufig auf den Auslöser drücken, dass Ihr Gesicht ständig hinter Ihrem Mobilgerät versteckt ist.

Außerdem bedeutet die Ausstattung von Smartphones und Tablets mit hochwertigen Kameras und Fotoeffekten dass weniger Leute hochwertige Fotoausrüstungen kaufen oder Spitzenfotografen anheuern. Das hat wirtschaftliche Folgen, so dass sich die Verwendung von Mobilgeräten in vielerlei Hinsicht bemerkbar macht.

Mobile Technologie

Hilfe oder Hemmnis?

Wie fast alle anderen Dingen im Leben können auch Mobilgeräte schädlich oder hilfreich sein. Ausschlaggebend ist, wie wir mit ihnen umgehen, und die derzeit vorliegende Studien sowie der altbewährte gesunde Menschenverstand lassen den Schluss zu, dass es ein guter erster Schritt ist, sich selbst Verhaltensregeln für die Techniknutzung zu setzen.

Beschränken Sie die Zeit, die Sie mit Computerspielen, dem Anschauen von Seiten in den sozialen Medien und mit dem Hochladen von Fotos verbringen, und legen Sie rigorose Regeln für die Zeit fest, die Sie mit Ihrer Familie und Ihrem Partner verbringen. Natürlich können Sie Mobiltechnologie  auch in Ihren Beziehungen einsetzen, etwa WhatsApp, um sich gegenseitig auf dem Laufenden zu halten, oder Avocado, um in Kontakt zu bleiben. Zwischen dem übermäßigen Gebrauch von Smartphonetechnik und deren Einsatz zu Ihrem eigenen Nutzen liegt ein feiner Grat und obendrein  gibt es noch soziale Normen, die Sie beachten sollten, um sicherzustellen, dass Sie das Optimum aus Ihrem Gerät herausholen, und das auf praktische und akzeptable Art und Weise.

Mobilgeräte haben unseren Blick auf die Welt und unsere Interaktion mit ihr verändert, und es ist an Ihnen zu entscheiden, ob Sie die Technik kontrollieren oder sich von ihr kontrollieren lassen wollen.