EA droht Anklage wegen Lootboxen

Gegen das Spieleunternehmen Electronic Arts (EA) wurde von der Brüsseler Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Diese Untersuchung folgt auf die Weigerung EAs, die Lootboxen aus seinem Spiel FIFA 18 zu entfernen.

Anfang des Jahres war befunden worden, das Lootboxen eine Form des Glücksspiels darstellen und damit gegen belgisches Recht verstoßen. Eine von Koen Geen, dem belgischen Justizminister, eingeleitete und von der Belgian Gaming Commission durchgeführte Untersuchung ergab, dass drei Spiele gegen die Glücksspielgesetze des Landes verstießen.

Namentlich waren dies Overwatch, Counter-Strike: Global Offensive und FIFA 18, und die jeweiligen Hersteller wurden angewiesen, die Lootboxen aus den Spiele zu entfernen. Im Fall von Overwatch und Counter-Strike wurde dieser Forderung entsprochen, während Electronic Arts nicht reagierte. Dem Unternehmen droht jetzt ein Strafverfahren und eine mögliche Geldstrafe in Höhe von 800.000 €, die sich nochmal verdoppeln könnte, sollte sich bei den Ermittlungen herausstellen, dass Minderjährige betroffen waren oder sind.

Ein Dauerproblem

Lootboxen sind schon seit einiger Zeit heftig umstritten, da sie von manchen mit Glücksspiel gleichgesetzt werden und viele der Spiele, in denen sie zum Einsatz kommen, sich an Kinder richten. Sie sind ein virtuelles Item, das gegen eine zufällig bestimmte Auswahl anderer virtueller Items eingelöst werden kann. Zu diesen Items zählen Dinge wie Waffen, Skins, neue Spielfigur-Outfits und sogar Ausrüstungsgegenstände, die das Spielerlebnis insgesamt aufwerten.

Die Boxen werden von Publishern genutzt, um Videospiele zu monetarisieren, und normalerweise müssen die Spieler sie direkt bezahlen, oder sie erhalten die verschlossene Box und können dann einen Schlüssel dafür kaufen. Die Spieler wissen dabei nicht genau, was sich in jeder Box befindet, sondern hoffen, etwas zu bekommen, das sie auch wollen. Manche Titel bieten den Spielern die Möglichkeit, an Items zu gelangen, die sich auf entsprechenden Märkten für Hunderttausende Euro verkaufen lassen.

In Belgien sind die Boxen aufgrund ihres Pay-to-Win-Charakters und der Tatsache, dass der Inhalt zufällig bestimmt wird, für illegal erklärt worden. Dieser Schritt kam allerdings nicht überraschend, da Anfang des Jahres schon die Niederlande entschieden hatten, dass hier Glücksspiel vorliegt.

Die Publisher wiederum hoffen, dass daraus kein Trend wird, der den gesamten Kontinent erfasst.

EA hält dagegen

Zum Zeitpunkt der Einordnung durch die belgische Glücksspielbehörde meldete sich auch EAs CEO Andrew Wilson mit seiner Meinung zu Wort, dass Lootboxen in keinster Weise mit dem Spielen in Online-Casinos vergleichbar seien. Weiterhin gab er zu Protokoll, dass die Spiele des Unternehmens im Einklang mit Gesetz und Ethikrichtlinien entwickelt würden. Ihr wichtigstes Ziel sei, die Spieler zu unterhalten.

Das Unternehmen wurde offiziell über die Ermittlungen und die Möglichkeit eines Gerichtsverfahrens in Kenntnis gesetzt. Immerhin ist EA der Empfehlung der belgischen Glücksspielbehörde ein Stück weit gefolgt und hat angekündigt, das für FIFA 19 die möglichen Items in den Boxen und die jeweiligen Gewinnchancen angegeben werden.

Das Spiel, das Ende September veröffentlicht werden soll, hat die Saison mit einer Demo am 13. September eingeläutet.

Quelle:

https://www.gamblinginsider.com