Play Store will Apps für Glücksspiel um echtes Geld erlauben

Google Play will Glücksspiel-Apps um echtes Geld erlaubenIn einem viel geforderten und mit Spannung erwarteten Schritt macht der Google Play App-Store es endlich möglich, Glücksspiel-Apps um echtes Geld einzustellen und zu verkaufen. Ein selbstgewähltes Verbot der Apps ist seit 2013 in Kraft. Seit 2015, als der Play Store am Abend der NFL-Saison den Verkauf der Fantasy-Sports-Apps FamDuel und DraftKings, bei denen um echtes Geld gespielt wird, erlaubte, gab es Vorschläge für eine neue Haltung seitens Google.

Andrew Daniels, Geschäftsführer von Degree 53, einem Unternehmen mit Sitz in Großbritannien mit Kunden aus der Online-Glücksspiel-Welt wie 888 Holdings und BetFred, brachte die Nachricht kürzlich an die Öffentlichkeit. Er erklärte, dass Google die Anträge auf Vertrieb von Glücksspiel-Apps in Frankreich, dem Vereinigten Königreich und der Republik Irland akzeptieren wird. Er teilte weiter mit, dass die Richtlinien zu einem späteren Zeitpunkt auf neue Regionen und Länder erweitert werden könnten. Für deutsche Spieler könnte das eine sehr gute Nachricht sein.

Gute Gründe für die Einschränkungen

Die anfänglichen Vorbehalte von Google waren durchaus begründet. Das Unternehmen hat Richtlinien zum Schutz vor Mobbing, Gewalt, sexuell expliziten Aktivitäten und allgemein illegalen Inhalte, unter anderem, um eine sichere und ethisch verantwortungsvolle App-Umgebung aufrecht zu erhalten. Das Hauptproblem für das Team war die Tatsache, dass es keinen Mechanismus gab, um Altersbeschränkungen einzurichten und zu überprüfen, wer Zugang zu welchen Apps hatte, was bedeutet, dass minderjährige Zugang zu Glücksspiel hätten haben können.

Apple hingegen hat keine wirklichen Bedenken bezüglich Altersbeschränkungen und führt seine Benutzeranforderungen für Apps als zu diesem Zwecke ausreichend an. Wenn zum Beispiel eine Wettanwendung die Standortanforderungen erfüllt, erhält sie eine Erlaubnis durch Apple. Die neuen Richtlinien für Glücksspiel-Apps bei Google werden dem Beispiel von Apple folgen. Die Genehmigung wird etwas länger dauern und alles wird auf Richtigkeit und Gesetzmäßigkeit überprüft. Die Entwickler müssen eine Dokumentation für die eingereichten Apps vorlegen, einschließlich Lizenzen für ihre Zielländer.

Gut für Spieler und Anbieter

Bisher hatte Apple ein Monopol auf dem Handy-Glücksspielmarkt inne, doch da 64% der Handynutzer über Android-Geräte verfügen, liegt hier viel größeres Potenzial zur Umsatzsteigerung. Durch eine erhöhte Zahl an Kriterien zur Zulassung sollten Nutzer außerdem besser vor zwielichtigen Apps geschützt werden.

Appstores von Drittanbietern können Schäden erleiden

Da Apps, bei denen es um echtes Geld geht, bisher im Play Store nicht verfügbar waren, konnten lukrative Stores von Dritten entstehen, die diese Apps für Android-Geräte anbieten. Jetzt, wo Google für eine Spielwende sorgt, könnte sich deren Kundenzahl verringern. Diese Sites könnten zur Entscheidung von Google beigetragen haben, aber das ist nicht sicher.

Offensichtlich erscheint jedoch, dass der Zug von Google zumindest teilweise durch Geld und den Wunsch, die Reichweite von Google Wallet, Googles Zahlungsportal, zu erhöhen, motiviert ist. Indem Google Anbieter dazu antreibt, Geld in seine Universal Ad Campaigns zu stecken, kann das Unternehmen mehr verdienen. Da sich die Qualität von Googles Anti-Spam-Protokoll so stark entwickelt hat, ist jetzt der perfekte Zeitpunkt für diesen nächsten Schritt.