Schwedische Casinos verärgert über neue Vorschriften

Schwedisches Casino-Gesetz sorgt für Diskussionen

Die neuen Vorschriften sehen Verlustbegrenzungen für Online-Casinos vor, wobei Bonusangebote auf einen Betrag von lediglich 100 SEK (entspricht 9,4 €, 8,2 £ oder 10,2 $) begrenzt werden. Außerdem wird ein wöchentliches Einzahlungslimit von 5.000 SEK (entspricht 472 €, 413 £ oder 511 $) festgelegt. Akteure der Glücksspielbranche haben bis zum 1. Juni Zeit, diese Vorschriften in ihre Systeme zu implementieren.

Ein Aufschrei der Branche

Die geplanten Casino-Vorschriften stoßen in der Glücksspielbranche auf heftigen Widerstand. Der schwedische Glücksspielverband (Sper) sagt, die Vorschriften seien ohne ausreichende Folgeneinschätzung verabschiedet worden. Diese drastischen Änderungen seien zwar durchgesetzt worden, um problematisches Glücksspiel im Zuge der aktuellen globalen Krise zu verhindern, die Mitgliedsbetreiber des Verbands hätten jedoch nicht über eine Zunahme von risikoreichem Verhalten berichtet. Außerdem gäbe es keine Indizien dafür, dass Boni bei Spielern zu Problemen führen.

Während die Statistiken der schwedischen Steuerbehörde für das erste Quartal 2020 einen Anstieg der Online-Casino-Einnahmen um 20 bis 30 % zeigen, sagt der schwedische Glücksspielverband, dass diese Zahlen irreführend und nicht repräsentativ für die Branche seien. Der Verband sagt weiterhin, dass Betreibern nicht genügend Zeit gegeben wurde, ihre Systeme entsprechend anzupassen, sollten die Vorschriften umgesetzt werden.

Der Branschföreningen för Onlinespel, der die lizenzierten Online-Betreiber Schwedens repräsentiert, stimmt Sper zu. Dieser Verband sagt zudem, dass es keine Belege für einen Anstieg von problematischem Glücksspiel unter schwedischen Spielern gäbe. Nach Ansicht des Verbands verstoßen die Vorschriften gegen EU-Recht, was eine rechtliche Anfechtung in Aussicht stellen würde, sollten diese strikten neuen Casino-Vorschriften umgesetzt werden.

Ein alternativer Vorschlag

Auch Svenska Spel hat sich offen gegen den neuen Vorschlag ausgesprochen und bestätigt, dass man in den letzten Monaten keine Zunahme bei risikoreichem Glücksspiel beobachten konnte. Der CEO von Svenska Spel, Patrik Hofbauer, sagt, dass die geplanten Vorschriften nicht gerechtfertigt seien und dass sie, sollten sie umgesetzt werden, nur für Online-Casino-Produkte gelten sollten, während es anderen Bereichen erlaubt sein sollte, wie bisher fortzufahren.

Weiterhin empfiehlt er die Anwendung von Verlustlimits anstelle von Einzahlungsbegrenzungen, da sich diese bei der Bekämpfung von problematischem Glücksspiel als wirksamer erwiesen hätten. Darüber hinaus rät er, internationale und unautorisierte Glücksspielseiten effizienter ins Visier zu nehmen, beispielsweise durch Warnhinweise und Kriminalisierung. Er schlägt vor, dass die Regierung außerhalb der Casino-Branche nach Orten suchen solle, an denen sich Personen mit einem Spielproblem verschulden können, z. B. bei Finanzunternehmen, die Schweden kurzfristige Kredite anbieten.