Warum Spieler eine gute Pokerhand nicht aufdecken sollten

Warum Spieler eine gute Pokerhand nicht aufdecken sollten

Neben Grinsen oder Stirnrunzeln können auch Körpersprache und Kommentare (oder Äußerungen bei Live-Chat-Spielen im Internet) verraten, wie sehr sich ein Spieler über seine Karten freut. Clevere Spieler können andere Spieler dadurch jederzeit lesen, so ihre Strategie verbessern und andere am Tisch schwächen.

Poker ist nicht das einfachste Spiel der Welt, aber die Grundregeln sind nicht schwer zu lernen. Derart anspruchsvoll ist es deshalb, weil man das eigentliche Spiel zwar nach den Regeln spielt, gleichzeitig aber auch das Verhalten anderer Spieler, das eigene Verhalten sowie Einflüsse psychologischer Faktoren auf sich selbst und die Mitspieler im Kopf behalten muss.

Die Bestandteile des Pokerspiels sorgen für einen kniffligen Mix. Jeder, der das Spiel auch nur einmal ausprobiert hat, wird Ihnen jedoch bestätigen können, dass es absolut berauschend ist! Erfahren Sie hier ein wenig darüber, warum Sie eine starke Hand nicht aufdecken sollten, und wenden Sie das Gelernte an, um künftig auf höherem Niveau zu spielen.

Verhaltensmuster werden mit der Zeit entlarvt

Denken Sie daran: Genau wie ein Spieler selbst jeden anderen Spieler am Pokertisch liest, so lesen sich auch alle anderen Spieler gegenseitig. Je deutlicher ein Spieler die Stärke seiner Hand durch seine Reaktion beim Betrachten der Karten verrät, desto einfacher lässt er sich lesen sowie in der Folge manipulieren und managen. Zu den Hinweisen, die es zu vermeiden gilt, gehören das Aufleuchten oder Verdunkeln des Gesichtausdrucks bei einer guten beziehungsweise schlechten Hand sowie das konsequente Spielen großer beziehungsweise kleiner Einsätze in jeweils gleichen Situationen.

Achten Sie auch darauf, dass sich Plauderei und Scherze nicht jedes Mal auf die gleiche Weise verändern, wenn bestimmte Hände gegeben werden. Im Wesentlichen soll ein Spieler für seine Mitspieler so unlesbar wie möglich bleiben. Wenn Spieler ihr Verhalten variieren können, sodass sich ihre Reaktionen auf verschiedene Hände nicht vorhersagen lassen, dann sind sie einen Schritt voraus. Spieler können bluffen und eine starke Hand vorgeben, obwohl sie eigentlich schwach ist, und umgekehrt. Hierdurch können Spieler mit einer besseren Hand aus der Reserve gelockt werden, sodass sie am Ende aussteigen und ein Spieler mit schlechterer Hand, aber größerem Bluff-Geschick als Sieger hervorgeht.

Das eigentliche Aufdecken der Hand

Die Frage, ob man die Karten einer Hand am Ende einer Pokerrunde offenlegen soll, ist an sich eine taktische Entscheidung. Wenn ein Spieler setzt oder erhöht und niemand mitgeht, so besitzt er die letzte im Spiel verbleibende Hand und gewinnt damit den Pot. Auch dann müssen Spieler entscheiden, ob sie ihre Hand dem Rest des Tisches zeigen oder nicht. Wie gesagt: Alles läuft darauf hinaus, insgesamt möglichst unlesbar zu sein.

Einige professionelle Spieler machen es sich zum Grundsatz, ihre Karten ausschließlich dann zu zeigen, wenn sie es müssen. Dadurch gibt es eine Frage weniger, über die sie nachzudenken haben. Dieser pauschale Grundsatz bedeutet auch, dass Spieler keine Schlussfolgerungen über das zukünftige Verhalten anderer Spieler anhand der Karten ziehen können, die diese in solchen Situationen aufdecken würden. Spieler können auch immer dann ihre Karten zeigen, wenn sie einen für sie ungewöhnlichen Schritt unternehmen: Schwächere Spieler werden es als Normalfall annehmen, was einem Spieler für spätere Bluffs gegen andere zugutekommen kann. Ebenfalls eine gute Idee besteht darin, solchen Spielern die stärkste Hand zu zeigen, die oft aussteigen. Es wird suggeriert, dass ein Spieler nur erhöht, wenn seine Hand sehr gut ist, was die anderen Spieler dazu animiert, jedes Mal auszusteigen, wenn der Spieler setzt oder erhöht.

Letzten Endes muss ein Spieler entscheiden, wann es eine gute und wann es eine schlechte Idee ist, die eigene Hand zu zeigen. Einsteiger sollten stets davon absehen, werden aber mit zunehmender Erfahrung besser beurteilen können, was zu tun ist, um den gewünschten Eindruck über das eigene Spielverhalten zu vermitteln.